A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Sonstiges

Carbonit Aktivkohle

Kleines Aktivkohle-Brevier


Aktivkohle-Filter sind für viele Konsumenten im Privatbereich ein Buch mit sieben Siegeln. Auf den ersten Blick wenig sinnvoll, hochgradig erklärungsbedürftig und erst bei eigener Anwendung überzeugend. Ein vergleichbares Produkt sind Feuer-/Brandmelder, die lebensrettend und gesundheitsbewahrend sind, deren Wert aber häufig viel zu gering eingeschätzt wird. Gleichwohl sind die ständig steigende Anzahl von Lebensmittelskandalen, ein wachsendes Gesundheitsbedürfnis mit diätischen Aspekten und dem Wunsch nach Fitness bis ins hohe Alter für das Lebensmittel Nr. 1 von Bedeutung. Die novellierte TrinkwasserVerordnung (TVO) mit ihren klaren Verantwortungsakzenten, Fokussierung auf einen streng abgegrenzten Messkatalog und Herausstellung der Hausinstallation regt zunehmend das Bewusstsein an. Aktives Wasser ohne Geschmacksbeeinträchtigung (Chlor, Plastik etc.) jederzeit frisch gezapft. Die ersten Anwendungen von Aktivkohle zur Filtration von Wein, Wasser und Luft stammen aus der Römerzeit. Seit dieser Zeit sind die Verfahrensprozesse verbessert und der Gebrauch von Aktivkohlen deutlich ausgeweitet worden. So setzt weltweit jedes Wasserwerk Aktivkohle und viele Lebensmittelproduzenten diesen Stoff erfolgreich im Herstellungsprozeß ein. Gewöhnlich bestehen die im Aktivkohlefilter verwendeten Adsorbentien in ihrem
Grundmaterial aus Holzkohlen, Olivenkernen, Fruchtschalen oder sind u.U. synthetisch hergestellt. Alle natürlichen Adsorbentien haben das Verhalten sehr gut zu adsorbieren und ohne großen Energiezuschuß regenerierbar (Desorption) zu sein. Durch die „Aktivierung“ des Adsorbentienmaterials werden die inneren Strukturen „frei gespült“ und und stehen uneingeschränkt zur Filtration zur Verfügung. Diese Aktivierung kann schonend mittels Wasserdampf oder durch chemische Säuren erfolgen. In besonderen Fällen (z.B. Pharmakohle) wird dieser Vorgang mehrfach ausgeführt und ist entsprechend aufwendig. CARBONIT verwendet natürliche Adsorbentien aus Fruchtschale (Kokusnußkohle), die Wasserdampf aktiviert sind. Für Spezialanwendungen wird Pharmakohle angewendet.
Kokusnußschale ist bekannt für seine hervorragende Schwermetallbindung. Die gleichmäßige und verlässliche Porengrößenverteilung (Filterfeinheit) ist von großer Bedeutung. Hierin zeigt sich die Leistungsfähigkeit eines Blockfilters in Bezug auf mechanische Filtration sowie chemisch-physikalische Adsorption im Innern eines Aktivkohle-Blockfilters. Das „Labyrinth“ der Filterporen ist maßgeblich von dem Rohstoff abhängig und spiegelt die durch Aktivierung vergrößerten Versorgungsstränge (Tracheen) natürlicher Fauna wieder. Ähnlich den Blutbahnen beim Menschen unterscheidet man nach der Größe in Makro-, Meso- und Mikroporen. Jede Porengröße ist vertreten und hat seine spezifischen Aufgaben. So sind z.B. für das Speichern und Entfernen von Kohlenwasserstoffen am
besten die Mesoporen geeignet. Diese haben eine Größe von ca. 20 bis 500 Angström. Ein wichtiger Aspekt bei der Auslegung eines Aktivkohlefilters ist auch die Verweilzeit der Schadstoffe im Filter. Wenn der Durchflusswiderstand (Druckverlust) zu gering wäre, würde das auch die Kontaktzeit an der Aktivkohle reduzieren, was zu einer Verringerung ihrer Effektivität führen kann. 



Der Anlagerungsprozeß für Schwermetalle in Blockfiltern ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Nach überwiegender Meinung erfolgt die Anlagerung über chemische Bindung und Auskristallisation (physikalischer Prozeß) im Porengeflecht. Anders als bei losen Granulatkohle-Schüttungen bleiben einmal angelagerte Stoffe im Blockfilter dauerhaft gebunden und führen im Laufe der Zeit zu einer Verringerung der Durchflussleistung. Am Ende der Lebenszeit eines Filters ist diese „Schwammwirkung“ zur Speicherung erschöpft, was bis zur vollständigen Verblockung führen kann. Je nach chemischer Substanz ist die Kapazität einer Filterpatrone verschieden. Je besser eine Filterpatrone arbeitet, desto kürzer ist die jeweilige Lebensdauer. Dies gilt sowohl für die mechanische als auch für die chemisch-physikalische Adsorptionsleistung. Eine gute Analogie zum Verständnis ist das bekannte Fliegengitter. Wird es mit tellergroßen Poren ausgestattet, hält es fast ewig. Je kleiner die Poren, desto wirksamer die Rückhaltung und damit eine Verringerung der Lebensdauer. Zusätzlich unterscheidet man noch nach der amerikanischen Nominalmessung und der absoluten Feinheit. Deshalb sind Poren von 5 μm nominal nicht mit 5 μm absolut vergleichbar. Da der Mensch viele unerwünschte Stoffe weder schmecken noch riechen kann, bewahrheitet sich an dieser Stelle das geflügelte Wort von Filterexperten: „Filtere, bevor Du selbst zum Filter wirst“. Eine mechanische Filtration ist bei losen Granulatschüttungen nicht möglich. Nicht zuletzt aus diesem Grund sorgen Kannenfilter aus Ionenaustauscher mit gesilberter Aktivkohle-Schüttung immer wieder für negative Schlagzeilen. Zumeist werden dabei die bakteriologische Verkeimung und Abgabe von Silber kritisiert. Die CARBONIT Monoblock Filter enthalten keine chemischen Zusätze und werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Blockfiltern anderer Hersteller werden zumeist Ionenaustauscher (z.B. KDF) zur Bleibindung beigemengt. Nach europäischen Vorschriften werden bei CARBONIT Monoblock-Filtern u.a. die Arsenabgabe der Naturkohle und die Migration von möglichen Schadstoffen z.B. aus Kunststoffteilen ans Filtrat (KTW Empfehlungen) sorgsam überwacht. Auch die mögliche Besiedelung mit wassergängigen Mikroorganismen (DVGW Arbeitsblatt W 270) ist ein weiteres Kriterium, bevor das LGA Siegel „Geprüfte Sicherheit nach deutschem Lebensmittelrecht“ vergeben wird. Auch im Rahmen des Umweltaudits nach ISO 14001 sind diese Kriterien für einen Wertstoffzyklus (Recycling) von entscheidender Bedeutung. Eine Kombination von Hohlfasermembranen (Kapillarbündel) mit gesinterten Aktivkohle-Blockfiltern – wie beim IFP Puro & NFP Clario - ist besonders für niedrigen Leitungsdruck und hohe Belastungen konzipiert. Die sehr feinen Membranporen halten mechanische Belastungen – wozu auch Mikroorganismen zählen – zurück, wohingegen der etwas grobporiger gewählte Blockfilter auf seine adsorptiven Kräfte optimiert wird. Aufgrund der Neigung von Hohlfasermenbranen zur Verblockung durch Belagsbildung und Lufteinschluß
sind beide Teiltechnologien sorgsam aufeinander abgestimmt. Im Wasser gelöste Mineralien (z.B. Calcium, Magnesium) bleiben erhalten. Im eigentlichen Backprozeß (Sinterung) wird der genau festgelegten Korngröße der Aktivkohle (mesh size) ein hochmolekularer Binder zugeführt, der im Sinterprozeß verkokt und seinerseits ein „Stützskelett“ für die Blockfilter bietet. Anders als bei extrudierten Blöcken, die einen sehr flüssigen Binder verwenden müssen, bleibt beim patentierten CARBONIT Sinterprozeß die volle Oberfläche der Aktivkohle für Filtrationszwecke erhalten.
Die Leistungsfähigkeit der CARBONIT Aktivkohlefilter ist TÜV geprüft und unter verbrauchernahen Bedingungen getestet worden. Die Produktion der CARBONIT Premium Wasserfilter im sachsen-anhaltinischen Familienbetrieb erfolgt mit besonderer Sorgfalt.